Floor-Flex war ein Markenname für Vinyl-Asbest-Platten, wird heute aber für alle ähnlichen Bodenplatten verwendet. Laut Umweltbundesamt enthalten Floor-Flex-Platten rund 15 Prozent Asbest. Die Stadt Nürnberg ordnet „Vinyl-Asbest-Fliesen“ und „Floor-Flex-Platten“ dem fest gebundenen Asbest zu. Weil die Platten beim Ausbau brechen und der Kleber darunter abgetragen werden muss, gilt ihre Entfernung trotzdem als Arbeit für Fachbetriebe.
Floor-Flex erkennen
- Format: meist quadratisch, häufig um 25 mal 25 oder 30 mal 30 Zentimeter,
- Material: hart und eher spröde, bricht beim Biegen statt sich zu wellen,
- Optik: grau, beige, grünlich oder gesprenkelt, oft abgetreten,
- Ort: Küchen, Flure, Kellerräume, Treppenhäuser, häufig unter späteren Belägen wie Teppich oder Laminat versteckt,
- Darunter: oft eine schwarze, glänzende Kleberschicht.
Diese Merkmale sind ein Hinweis, kein Beweis. Es gab auch asbestfreie Platten in gleicher Optik. Gewissheit bringt eine Materialprobe mit Laboranalyse.
Enthalten Floor-Flex-Platten immer Asbest?
Nein, aber sehr häufig, wenn sie vor dem Verbot verlegt wurden. Asbest ist in Deutschland seit dem 31.10.1993 verboten. Für Gebäude mit Baubeginn nach diesem Datum kann nach § 11a Gefahrstoffverordnung in der Regel vermutet werden, dass kein Asbest vorhanden ist.
Der schwarze Kleber
Unter vielen Platten und auch unter altem Parkett liegt ein schwarzer Bitumenkleber. Er kann asbesthaltig sein, muss es aber nicht. Weil er fest am Estrich haftet, ist er oft aufwendiger als die Platten selbst. Deshalb untersuchen wir Platte und Kleber getrennt. Ist nur der Kleber belastet, ändert das die Vorgehensweise deutlich.
Darf ich Floor-Flex selbst entfernen?
Nein. Die Verbraucherzentrale nennt das Entfernen asbesthaltiger Bodenbeläge ausdrücklich als Arbeit, die Privatpersonen nicht ausführen dürfen. Auch Abschleifen ist nicht erlaubt. Zulässig ist laut Verbraucherzentrale, intakte Flächen zu überdecken, zum Beispiel mit einem neuen schwimmend verlegten Belag, solange dabei nicht gebohrt oder geschliffen wird.
So entfernen wir Floor-Flex und Kleber
- Proben von Platte und Kleber, Befund abwarten.
- Anzeige der Arbeiten mindestens eine Woche vorher.
- Raum abschotten, Türen und Lüftungsöffnungen abkleben.
- Platten feucht und möglichst am Stück lösen.
- Kleber je nach Befund mit staubarmen Verfahren abtragen.
- Feinreinigung mit geeigneten Sauggeräten, Freigabe des Raums.
- Verpackung und Entsorgung mit Nachweis.
Danach ist der Estrich für den neuen Belag vorbereitet. Ob noch ausgeglichen werden muss, sagt Ihnen Ihr Bodenleger.
Wie lange dauert es und was kostet es?
Ein Raum mit 15 bis 20 Quadratmetern ist oft in wenigen Tagen erledigt, die Wochenfrist für die Anzeige kommt hinzu. Mehrere Räume, ein besonders hartnäckiger Kleber oder zusätzliche Spachtelschichten verlängern die Arbeit.
Für Bodenbeläge nennt der MyHammer Preisradar mit Stand 21.08.2026 eine Spanne von 60 bis 130 Euro pro Quadratmeter. Das ist eine Portalangabe. Ihr Preis hängt von Fläche, Zahl der Schichten, Kleber und Zugang ab. Einen Überblick über alle Bodenarten gibt die Seite Asbesthaltige Bodenbeläge entfernen.
Was Sie bis zum Termin beachten sollten
Laufen Sie normal über intakte Platten, das ist unbedenklich. Vermeiden Sie aber Schleifen, Abkratzen oder das Herausreißen einzelner Stücke. Wenn bereits Platten gebrochen sind, sammeln Sie die Bruchstücke nicht mit dem Staubsauger auf, sondern decken Sie die Stelle ab und warten Sie auf den Fachbetrieb.
Stand: 3. Oktober 2026 · Verantwortlich: Marc Kamphausen, N.A.S. Noris-Asbest-Sanierung · Quellen siehe unten
Quellen
- Umweltbundesamt: Asbest (Stand 30.07.2024) (abgerufen 03.10.2026)
- Stadt Nürnberg, Umweltamt: Informationen zu Asbest und asbesthaltigen Materialien (abgerufen 03.10.2026)
- Verbraucherzentrale: Asbest, gefährlich und immer noch aktuell (Stand 25.03.2025) (abgerufen 03.10.2026)
- Bundesgesetzblatt 2024 I Nr. 384: Gefahrstoffverordnung, Neufassung (verkündet 04.12.2024) (abgerufen 03.10.2026)
- MyHammer Preisradar, Asbestsanierung (Stand 21.08.2026) (abgerufen 03.10.2026)

