Fensterbänke gehören zu den unscheinbarsten Asbestfundstellen. Sie sind klein, liegen seit Jahrzehnten an Ort und Stelle und werden erst zum Thema, wenn neue Fenster kommen. Dann sollen sie schnell raus, und genau dabei werden Fasern frei, wenn sie herausgeschlagen oder zugeschnitten werden.
Welche Fensterbänke betroffen sein können
- Innenfensterbänke aus grauem, glatten Faserzement, oft lackiert oder mit Kunststoff belegt,
- Außenfensterbänke aus Asbestzement, die nicht aus Metall oder Naturstein sind,
- Fensterkitt älterer Holzfenster, den auch die Materialliste auf unserer Seite Über Asbest nennt.
Asbestzement ist laut Stadt Nürnberg fest gebundener Asbest. Laut Landkreis Nürnberger Land wurden Asbestzementprodukte bis Ende 1990 hergestellt und bis Ende 1991 verbaut. Fensterbänke aus älteren Gebäuden sollten Sie deshalb vor dem Ausbau prüfen lassen.
So erkennen Sie einen Verdacht
| Merkmal | Hinweis auf Asbestzement |
|---|---|
| Material | grau, zementartig, an Bruchkanten faserig |
| Gewicht | schwerer als Kunststoff, leichter als Naturstein |
| Klang | dumpf beim Klopfen |
| Alter | eingebaut vor 1992 |
| Oberfläche | oft lackiert, an Kanten abgestoßen |
Diese Merkmale ersetzen keine Materialprobe. Wenn mehrere gleiche Fensterbänke im Haus verbaut sind, reicht oft eine Probe stellvertretend.
Warum der Fensterbauer nicht einfach weitermachen darf
Beim normalen Fenstertausch wird die Fensterbank herausgestemmt, zugeschnitten oder abgeflext. Bei Asbestzement ist das nicht zulässig. Material darf nicht gesägt, gebrochen oder absichtlich zerkleinert werden. Fensterbauer ohne Asbest-Sachkunde dürfen diese Arbeiten nicht übernehmen. Als Bauherr müssen Sie dem Fensterbauer außerdem nach § 5a Gefahrstoffverordnung vorhandene Informationen zu vermuteten Gefahrstoffen geben.
Ablauf beim Ausbau
- Probe einer Fensterbank, bei Befund Planung für alle betroffenen Fenster.
- Anzeige der Arbeiten mindestens eine Woche vorher.
- Arbeitsbereich mit Folie schützen, Boden und Heizkörper abdecken.
- Fensterbank benetzen, Befestigung lösen, möglichst am Stück herausnehmen.
- Sofort staubdicht verpacken.
- Reinigung der Laibung und der Umgebung.
- Entsorgung mit Nachweis.
Am besten koordinieren wir den Termin mit Ihrem Fensterbauer: Wir bauen die Fensterbänke vorher aus, danach können die neuen Fenster ohne Einschränkungen montiert werden.
Was es kostet
Fensterbänke sind meist ein überschaubarer Auftrag. Den Preis bestimmen Anzahl und Länge, die Befestigung, ob innen und außen betroffen sind und ob wir gleichzeitig andere Asbestbauteile im Haus ausbauen. Wer ohnehin Fassadenplatten oder einen alten Bodenbelag entfernen lässt, spart Anfahrt und Anzeigeaufwand, wenn alles in einem Zug passiert.
Häufige Frage beim Fenstertausch
Viele Bauherren erfahren erst durch den Fensterbauer, dass ihre Fensterbänke ein Problem sein könnten. Planen Sie die Probe deshalb schon ein, wenn Sie Angebote für neue Fenster einholen. Liegt der Befund vor, kann der Fensterbauer seinen Termin direkt im Anschluss an unseren Ausbau legen und es entstehen keine Wartezeiten.
Außenfensterbänke und Fassade
Bei Außenfensterbänken arbeiten wir oft von außen, bei höheren Etagen mit Leiter, Gerüst oder Arbeitsbühne. Sind auch Fassadenplatten aus Asbestzement verbaut, lohnt sich ein gemeinsamer Termin, weil das Gerüst dann nur einmal gestellt werden muss.
Nach dem Ausbau
Die Laibung wird gereinigt und bleibt offen, bis der Fensterbauer die neue Fensterbank setzt. Die Entsorgungsunterlagen erhalten Sie von uns. Bewahren Sie diese zusammen mit dem Laborbefund auf, falls später Fragen auftauchen, etwa beim Verkauf.
Stand: 3. Oktober 2026 · Verantwortlich: Marc Kamphausen, N.A.S. Noris-Asbest-Sanierung · Quellen siehe unten
Quellen
- Stadt Nürnberg, Umweltamt: Informationen zu Asbest und asbesthaltigen Materialien (abgerufen 03.10.2026)
- Landkreis Nürnberger Land: Merkblatt Entsorgung von Asbest (Stand April 2026) (abgerufen 03.10.2026)
- Bundesgesetzblatt 2024 I Nr. 384: Gefahrstoffverordnung, Neufassung (verkündet 04.12.2024) (abgerufen 03.10.2026)
- Verbraucherzentrale: Asbest, gefährlich und immer noch aktuell (Stand 25.03.2025) (abgerufen 03.10.2026)

