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Erkennen & Gesundheit

Nachtspeicherofen mit Asbest erkennen: Baujahr, Typenschild, Herstellerlisten

Alte Nachtspeicheröfen gehören zu den häufigsten Asbestquellen in Wohnungen. Wir zeigen, wie Sie anhand von Baujahr, Typenschild und Herstellerangaben einschätzen, ob Ihr Gerät betroffen ist, und was beim Austausch zu beachten ist.

Nachtspeicheröfen, die vor 1984 in den alten Bundesländern hergestellt wurden, enthalten laut Bayerischem Landesamt für Umwelt (LfU) in der Regel asbesthaltige Bauteile. Ob Ihr Gerät betroffen ist, klären Sie über das Typenschild: Mit Hersteller, Typ, Baujahr und Seriennummer können Hersteller, Fachverbände oder Energieversorger Auskunft geben. Im normalen Betrieb ist die Gefahr laut Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) gering, beim Öffnen oder Zerlegen können dagegen große Fasermengen frei werden.

Welche Baujahre betroffen sind

Das LfU nennt eine klare Grenze: Bei Geräten, die vor 1984 hergestellt wurden, ist von Asbest auszugehen. 1984 wurde laut LfU die Verwendung schwach gebundener Asbestprodukte in Nachtspeicherheizgeräten verboten. Das BAG präzisiert: Betroffen sind die meisten Geräte bis Baujahr 1977 und einzelne Fabrikate bis 1984. Bei Geräten, die nach 1984 hergestellt wurden, kann laut BAG von Asbestfreiheit ausgegangen werden.

Wichtig ist das Herstellungsjahr des Geräts, nicht das Baujahr des Hauses. Ein Nachtspeicherofen kann in ein jüngeres Gebäude eingebaut worden sein, ein altes Haus kann neuere Geräte haben. Mehr zu solchen Fällen steht im Ratgeber Baujahr und Asbest.

Was die alten Herstellerlisten sagen

Die Handwerkskammer Freiburg veröffentlicht eine Liste asbesthaltiger Nachtspeicher, die auf einem Rundschreiben eines Energieversorgers und einer TÜV-Zusammenstellung von 1990 beruht. Ein Auszug:

Herstellerasbesthaltig laut Liste
AEGalle bis 1974, außer 120 F bis 360 F und 80 DF bis 300 DF
Bauknecht, Thermotechnikalle bis Mitte 1976
BBCalle
Buderusalle bis 1975
Elektroluxalle bis 1976
Junoalle bis 1975
Neffalle
Olsbergalle bis Mitte 1975
Siemenseinzelne Typenreihen bis 1971 oder 1972, Permatherm D bis 1975
Stiebel Eltronalle bis Oktober 1973, ETT bis 1976, ETS und ETW seit Serienanlauf asbestfrei
Vaillantalle bis 1976
Zanker-Forbachalle bis 1977

Die Liste ist mehr als 35 Jahre alt und nicht vollständig. Sie ersetzt keine Einzelauskunft, gibt aber eine gute erste Orientierung. Fehlt Ihr Hersteller oder liegt das Baujahr nahe an der Grenze, fragen Sie gezielt nach.

Das Typenschild richtig nutzen

Die Typenbezeichnung steht laut LfU auf dem Leistungsschild des Geräts. Notieren Sie Hersteller, Typ, Baujahr und Seriennummer. Fotografieren Sie das Schild, ohne Verkleidungen abzuschrauben oder Abdeckungen anzuheben. Ist kein Schild zu finden, können laut BAG auch Geräteunterlagen oder die Abmessungen helfen.

Mit diesen Angaben empfiehlt das LfU eine gerätespezifische Nachfrage bei der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA). Als weitere Informationsquellen nennt das LfU unter anderem Angaben von Stiebel Eltron zu älteren Wärmespeichern und eine Asbestdatenbank von Dimplex für Bauknecht-Modelle. In Nürnberg verweist die Abfallwirtschaft für Fragen zu Nachtspeicheröfen auf ihre Abfallberatung (0911 231 4097) und auf den Energieversorger N-ERGIE (0911 802 58222).

Bleibt die Auskunft unklar, gilt eine einfache Regel: Das LfU rät, Nachtspeicherheizgeräte im Zweifel immer als schadstoffhaltig zu betrachten. Auch das BAG empfiehlt, vorsichtshalber von asbesthaltigen Bauteilen auszugehen.

Wo im Gerät der Asbest steckt

Das LfU zählt die typischen asbesthaltigen Bauteile auf:

  • Kernsteinträger und Kernabdeckplatte
  • Distanzhalter zwischen den Kernsteinen im Luftstrom
  • Distanzhalter zwischen Wärmedämmung und Kernsteinen
  • Dämmstoffhülse der Steuerpatrone
  • Dichtungsstreifen oder Dämmscheiben am Ventilatorgehäuse
  • die komplette Rückwand
  • asbestisolierte Verdrahtung

Dazu kommt das Umfeld. Das BAG weist darauf hin, dass sich häufig auch schwach gebundener Asbest in der Nähe des Geräts findet, etwa als Unterlagsplatte oder als Asbestpappe an der Wand zum Wärme- und Brandschutz. Wer den Ofen ausbauen lässt, sollte diese Stellen mit prüfen lassen.

Nicht nur Asbest

Alte Speicheröfen können laut LfU weitere Schadstoffe enthalten:

SchadstoffWobetroffene Geräte laut LfU
PCBKapillarrohr-Reglerhergestellt vor 07/1989
Chrom(VI)Kernsteine aus Magnesit oder Forsterithergestellt vor ca. 1993
künstliche MineralfasernWärmedämmungals krebserzeugend eingestuft bei Herstellung vor 06/2000

Deshalb rät das LfU auch bei asbestfreien Geräten mit chromathaltigen Speichersteinen von einer Zerlegung durch Privatleute ab.

Wie gefährlich ist der Betrieb?

Das BAG schreibt, dass zahlreiche Messungen keine bedenklichen Asbestfaserbelastungen durch den Betrieb asbesthaltiger Speicherheizgeräte gezeigt haben. Gefährlich wird es beim Öffnen zur Reparatur oder beim Zerlegen in Einzelteile. Freigesetzte Fasern können laut BAG lange in der Raumluft bleiben und sich an Vorhängen, Lampenschirmen und Teppichen festsetzen.

Trotz des geringen Risikos im Betrieb empfehlen BAG und die Schweizer Unfallversicherung Suva, asbesthaltige Geräte entfernen und ersetzen zu lassen. Begründung: Die Geräte haben ihre technische Lebensdauer erreicht und verbrauchen viel Strom. Für Sie heißt das praktisch: Gerät nicht öffnen, nicht selbst reparieren, keine Lüftergitter abschrauben. Fällt ein altes Gerät aus, ist das ein guter Zeitpunkt für den fachgerechten Ausbau.

Ausbau und Entsorgung

Das LfU rät privaten Haushalten dringend, den Ausbau einer Fachfirma nach TRGS 519 zu überlassen und die Geräte weder selbst zu zerlegen noch abzutransportieren. Das Abklemmen vom Stromnetz muss ein Elektrofachbetrieb übernehmen. Fachfirmen transportieren die schweren Geräte bevorzugt unzerlegt aus der Wohnung. Die Stadt Nürnberg warnt ebenso deutlich: „Nicht zerlegen! Oft asbesthaltig.“

Nachtspeicheröfen gelten als Elektroaltgeräte. Werden sie fachgerecht abgebaut, verpackt und unbeschädigt an der kommunalen Sammelstelle abgegeben, ist die Anlieferung für private Endbesitzer laut LfU kostenlos. Altgeräte mit freiem Asbest tragen den Abfallschlüssel 16 02 12*. Weiterverkaufen oder verschenken ist keine Lösung: Asbesthaltige Materialien dürfen laut Umweltamt Nürnberg nicht wiederverwendet oder in Verkehr gebracht werden.

Wenn die Heizung ohnehin getauscht wird

Viele Eigentümer ersetzen Nachtspeicher im Zuge eines Heizungstauschs. Dann lohnt sich eine feste Reihenfolge:

  1. Alle Geräte im Haus erfassen, Typenschilder fotografieren, Herstellerauskunft einholen.
  2. Die Ergebnisse und das Baujahr des Gebäudes schriftlich an die ausführenden Betriebe geben. Dazu sind Sie als Veranlasser verpflichtet, siehe Gefahrstoffverordnung: Ihre Pflichten.
  3. Wandverkleidungen und Unterlagsplatten hinter den Geräten mit prüfen lassen.
  4. Die Speicheröfen ausbauen lassen, bevor Elektriker, Maler oder Heizungsbauer an den Wänden arbeiten.

Wie lange so ein Ausbau dauert, beschreibt der Ratgeber Wie lange dauert eine Asbestsanierung?.

Was das für Sie in Nürnberg heißt

Wir bauen Nachtspeicheröfen aus, verpacken sie und kümmern uns um die Entsorgung, siehe Nachtspeicherofen entsorgen. Schicken Sie uns vorab ein Foto des Typenschilds und die Zahl der Geräte, dann können wir den Aufwand besser einschätzen. Einen ersten Überblick über weitere Verdachtsstellen gibt unser Asbest-Check. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie uns an oder schildern Sie Ihr Vorhaben über das Anfrageformular.

Sie haben einen konkreten Verdacht?

Schicken Sie uns Baujahr, Bauteil, ungefähre Fläche und gern ein paar Fotos. Sie erhalten eine Einschätzung und den nächsten Schritt, ohne Verpflichtung.

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Stand: 5. Oktober 2026 · Verantwortlich: Marc Kamphausen, N.A.S. Noris-Asbest-Sanierung · Quellen siehe unten

Quellen

  1. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Schadstoffratgeber Gebäuderückbau, Elektrospeicher-Heizgeräte (Nr. 413, Stand 09/2020) (abgerufen 05.10.2026)
  2. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Anwendung des ElektroG für Nachtspeicherheizgeräte, Hinweise für öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger (abgerufen 05.10.2026)
  3. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Schadstoffratgeber Gebäuderückbau, Asbest (Nr. 501, Stand 09/2020) (abgerufen 05.10.2026)
  4. Bundesamt für Gesundheit (Schweiz): Asbest in Elektrospeicherheizungen, Information und Empfehlungen (Stand Juni 2005) (abgerufen 05.10.2026)
  5. Handwerkskammer Freiburg: Asbesthaltige Nachtspeicher (nach EVS-Rundschreiben und TÜV-Zusammenstellung 1990) (abgerufen 05.10.2026)
  6. Stadt Nürnberg, Abfallwirtschaft (ASN): Nachtspeicheröfen (abgerufen 05.10.2026)
  7. Stadt Nürnberg, Umweltamt: Informationen zu Asbest und asbesthaltigen Materialien (abgerufen 05.10.2026)

FAQ

Häufige Fragen

Bis zu welchem Baujahr enthalten Nachtspeicheröfen Asbest?

Laut LfU ist bei Geräten, die vor 1984 hergestellt wurden, von asbesthaltigen Bauteilen auszugehen. Das Schweizer BAG nennt die meisten Geräte bis Baujahr 1977 und einzelne Fabrikate bis 1984 als betroffen. Maßgeblich ist das Herstellungsjahr des Geräts.

Wo finde ich das Typenschild am Nachtspeicherofen?

Die Typenbezeichnung steht laut LfU auf dem Leistungsschild des Geräts. Fotografieren Sie es, ohne Verkleidungen zu öffnen. Fehlt das Schild, helfen Geräteunterlagen oder die Abmessungen bei der Herstellerauskunft.

Ist ein Nachtspeicherofen mit Asbest im Betrieb gefährlich?

Laut Schweizer Bundesamt für Gesundheit haben zahlreiche Messungen im Betrieb keine bedenklichen Faserbelastungen gezeigt. Gefährlich wird es beim Öffnen, Reparieren oder Zerlegen. BAG und Suva empfehlen trotzdem, asbesthaltige Geräte ersetzen zu lassen.

Darf ich einen alten Nachtspeicherofen selbst abbauen?

Das LfU rät privaten Haushalten dringend davon ab und empfiehlt eine Fachfirma nach TRGS 519. Das Abklemmen muss ein Elektrofachbetrieb übernehmen. Zerlegen Sie das Gerät auf keinen Fall.

Asbest-Verdacht? Wir schauen uns das an.

Rufen Sie uns an oder schildern Sie Ihr Vorhaben kurz schriftlich. Wir melden uns mit einer Einschätzung und dem nächsten Schritt.